Zugänge
Parkarchitektur
Wasser
 Zeitachse
zusätzliche Hinweise
Laub der persische Eiche
 literaturangaben
Paul Kunzendorf 1892
…“Zu einer Zierde ersten Ranges haben sich innerhalb verhältnismässig kurzer Zeit die Besitzungen eines wohlhabenden Fabrikherren herangebildet, der meist auf Reisen und in Bädern lebt, selten oder nie seine Tempelhofer Besitzungen betritt, aber doch an dem Gedeihen, der Vergrößerung und der sorgsamen Pflege dieser unvergleichlich schönen Anlagen, wie sie in gleicher Ausdehnung und gärtnerischer Schönheit kaum ein zweiter Vorort um Berlin aufzuweisen hat, Lust und Freude empfindet. Wenn auch dieser weitverzweigte und nach einer Seite sogar auf Rixdorfer Gebiet hinausreichende Grundbesitz hier und da von der Natur schon eine reiche Bevorzugung erfahren, wenn Alleen von hundertjährigen Linden ihn auch durchziehen, so hat es doch erst menschlichen Fleisses und künstlerischen Verständnisses bedurft und auf dem verschiedenartigen Terrain diese schattigen Laubengänge, diese Höhenzüge und Thalkessel, diese Wasserläufe mit ihren baumreichen Inseln und Brücken, diese reizenden Ruhesitze und Aussichtspunkte zu schaffen. Dem rastlosen Eifer des seit Jahren dort waltenden Obergärtners Jonathan Kähler ist es zu danken, dass Tempelhof Parkanlagen erhalten , die jedem Herrensitz zur Zierde gereichen würden, dass hier die Baumkultur Erzeugnisse hervorbringt, die nach allen Theilen Deutschlands versandt werden, dass die Produkte der „Tempelhofer Baumschulen“ auf allen Gartenbauausstellungen preisgekrönt und rühmend anerkannt wurden. Wie wandelt es sich so lieblich auf den gepflegten Wegen des Parks entlang am schilfumkränzten Ufer des Gartenteiches der einem kleinen See an Grösse Fischreichtum gleicht. Wer hier seine Sommerwohnung aufschlagen könnte, wer in diesem hehren Naturtempel, wohin der Lärm und Staub der Strasse nicht zu dringen vermag, wer hier die „Tage der Rosen“ verleben könnte, der würde in unmittelbarster Nähe der Residenz, noch ein echtes ländliches Idyll finden, wie es einst zu der Vorväter Zeiten alle unsere Wohnorte gewesen sind. Aber leider sind diese herrlichen Parkanlagen von Tempelhof nicht öffentliche Gärten, sondern nur Wenigen ist es vergönnt, in ihnen zu lustwandeln.
... Eine öffentliche Promenade dagegen bietet der ebenfalls sehr schöne nur nicht so sorgfältige gepflegte Garten des Dominiums, der ungefähr einen Vorgeschmack bietet von der Pracht der oben erwähnten Anlagen…“
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