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Parkarchitektur
Wasser
 Zeitachse
zusätzliche Hinweise
Laub der persische Eiche
 literaturangaben

1924 bis 1942

Rudolf Fischer ( Jahrgang 1884) der den Franckepark von früher kannte war nun für die Gestaltung des Parks als Gartendirektor verantwortlich. Denkbar ist, dass er auch bereits erinnerungstechnisch vorging. Seit 1924 wurde die Geschichte des Parkes nämlich erstmals interpretiert bzw. geschrieben, denn man musste nun benennen, was man erworben hatte. Und die Gelder wurden von den Volksvertretern bewilligt. Bernhard Kynast war wie auch Rudolf Fischer schon im Gartenamt tätig, als die Gemeinde noch nicht zu Berlin gehörte. Fischer wurde seit 1933 schikaniert und letztlich aus dem Amt geklagt. Noch Bernhard Kynast musste sich in der Nachkriegszeit offenbar rechtfertigen, denn es wurde ihm in einem ( offenbar bestellten) Leserbrief in "Der Tempelhofer" positiv angerechnet, seit 1943 in die (Lebensmittel-)Kartenstelle in Neutempelhof ( wohl straf-)versetzt worden zu sein. Auch nach dem WK II griff die Politik in die Planungen der Grünanlagen ein. Es wurden Grüngürtel und Grüne Lungen- Forderungen veröffentlicht. Und besonders Anfang der fünfziger Jahre sah man die Bevölkerung durchaus als das schöne Parksystem störend an. Die Leute betraten den Rasen und liessen sich auch durch Stolperdrähte nicht davon abhalten. Hundehalten und Radfahrer benahmen sich unmanierlich. Bänke werden beschmiert. Putten geklaut. Vorhandene Parkwächter konnten sich nicht durchsetzen.Der Franckepark fällt bis auf den heutigen Tag mit Negativschlagzeilen auf. Fasane werden gefangenen und privat verzehrt. Nymphensittiche freigelassen. Rehe mit Katapulten erschreckt. Der"Abend" mokiert sich (Ende der 50er) allerdings über die Bemühungen der Amtsinhaber, eine Menagerie zu schaffen und entlarvt diese Wünsche als Privatvergnügen. Die Voliere ist mit Schildern versehen, die die Singezeiten der Vögel verzeichnen, Bäume werden mit Namensschildern versehen. Doch zurück zum Beginn der staatlichen Bemühungen. Noch 1924 beauftragte man den bekannten Georg Kuphalt(Anm. 2). Auch die Bestandsaufnahme der Wegeführung und auch die Entscheidung das Nordgelände zu den 2 ˝ Hektar dazu zu nehmen, fällt jetzt. Ebenso einen Teil des Geländes der Franckeschen Anlagen im Westen zu bebaün Auch die Arbeiter die in Franckes Anlagen gewirkt hatten waren ja noch in Tempelhof am Leben und kommentierten garantiert was sie sahen. Es gab allerdings eine grossen Anteil neu hinzugezogener Tempelhofer. Und das Parallelprojekt Volkspark Mariendorf. Die Erinnerungen an die Vorbesitzer der Frainetto Eichen im Volkspark Mariendorf waren sicher nicht so eminent, aber hier ebenfalls hatte Rudolf Fischer „alten Baumbestand“ zu berücksichtigen

Durch das Pflanzenwachstum eingetretenen Veränderungen eines Gartens können als Patinierung gewertet werden .
Francke war Geschäftsmann, seine Erben auch. Sie hatten andere private Träume nach 40 Jahren um das Jahr 1912 herum, denn auch die Enkelgeneration Franckes war jetzt im besten Mannesalter. Tempelhof hatte sich durch den Bau des Teltowkanals und die vielstöckigen Bebauung weiter denn je entfernt von jeder Idylle. Die Bleicherei wurde am T-damm aufgegeben und nach Kaulsdorf verlagert.(1912) Die Geschäftshäuser bzw. Kontorhäuser abgerissen und durch Miethäuser ersetzt. Und zwar bestand die Eckbebauung um 1912 aus drei Häusern. Angeblich verhinderte der Syndicus der Gemeinde Tempelhof Reinhard Bruns-Wüstefeld die weitere Parzellierung des Geländes. Er war später Bürgermeister (1926 bis 1937)( Karin Satke S. 32) Das imposante Postgebäude wurde im Krieg fertig. Dann verlor man erstmal den Krieg und ...die Zeiten änderten sich noch mehr.

Wasser
1925 wurden zwei Sprengleitungen hergerichtet, d.h. das alte Franckesche Rohrsystem nicht mehr benutzt sondern Ring A und Ring B wie auf dem neuen Plan zu sehen. Im März 1927 wird eine Wasserleitung in den Park gelegt. Das Wasser war ja nicht wie in Franckes Zeiten aus dem Pfuhl zu entnehmen.
Der Park war angeblich verwildert, aber man weiss nicht seit wann er gar nicht mehr gepflegt worden war. Wann wurde das Schweizerhäuschen abgerissen? Wann die möglicherweise noch vorhandenen Staffagebauten entfernt. Wann wurde die Pumpe aus dem Maschinenhaus genommen? so dass Fischer in seinem ersten Plan der Franckeschen Anlage gar keinen Tribut zollen wollte. Dann kam aber Georg Kuphalt der eine international bekannte Kapazität darstellte. Er beriet nun, vermutlich hatte er Jonathan Kaehler, der schon im Sterben lag getroffen: und machte auf den wertvollen Baumbestand wieder aufmerksam, den man nicht mehr kannte. In der Zeitungsnotiz, die den Ankauf meldet, ist schon von wertvolle alten Bäumen die Rede,ebenfalls erstmals davon dass Gustav Meyer den Park entwarf. Pläne haben sich allerdings nicht erhalten, welche das belegen könnten. Jonathan Kaehler war von Gustav Meyer auf die Stelle empfohlen worden. Diese füllte er 21 Jahre erfolgreich aus. Da aber die zum Park gehörende Baumschule als Tempelhofer Baumschule existierte, war die Kenntnis sicherlich da. Auch genügend Arbeiter, welche die Verhältnisse vor 1896 erinnerten. Aber an „fürstlichen „ Anlagen konnte die Gemeinde natürlich kein Interesse haben. Jedoch sind die Staffagebauten: Sporthaus mit Palladiomotiv, Aussichtspunkte, gotisierender Pavillon und die Fontaine waren erinnerungstechnische Zugeständnisse an die romantischen Gartenkonzept eines Francke , auch Fürst Pückler.Seit 1925 existieren Fotoaufnahmen vom Franckepark, die als Postkarten Verbreitung fanden und den Zustand vor der Instandsetzung dokumentieren. Sie haben keine Verlagsangabe, sind aber auf der Vorderseite beschriftet. Und auch schon mit dem Namen Franckepark versehen.Sie zeigen Wege an Wildwuchs.Sowie die Wegebegrenzung duch Balken.

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